Astronaut Ulf Merbold nimmt bei der 27. Thüringer Landesmeisterschaft im Streckensegelflug in Greiz teil


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Im Schlepp mit einem Motorflugzeug wird der Segelflieger auf die erforderliche Höhe gebracht Foto: Christian Freund

Greiz. Luftsportler Manfred Materne aus Bad Berka und sein Helfer Helmut Prack gehören zu den Teilnehmern der XIII. Segelflugmeisterschaft im Streckensegelflug im Rahmen der Euregio Egrensis 27. Thüringer Landesmeisterschaft im Streckensegelflug, die bereits Mitte der vergangenen Woche auf dem Flugplatz in Greiz-Obergrochlitz angereist waren, um die ersten Trainingsflüge zu absolvieren.

„Zum achten Mal wird die Thüringenmeisterschaft und zum fünften Mal im Rahmen von Euregio Egrensis bei uns durchgeführt“, erklärte der Vorsitzende des Greizer Luftsportvereins, Heinz Peinl, nicht ganz ohne Stolz.

Er begrüßte anlässlich der Eröffnung am Freitagvormittag gemeinsam mit der Schirmherrin, Landrätin Martina Schweinsburg (CDU), die rund 40 Piloten aus Thüringen, Sachsen, Bayern und Tschechien, die anschließend am Briefing unter der Leitung des Greizers Uwe Peinl teilnahmen.

Bereits am frühen Nachmittag unternahmen die Piloten ihren ersten Wertungsflug. Geflogen wird bis Sonnabend in den Kategorien kleine und große Klubklasse und allgemeine Klasse. Ziel des Wettbewerbes ist die Ermittlung des Euregio Egrensis Segelflugmeisters, des Thüringer Landesmeisters, der besten Tageseinzelleistung des Wettbewerbes, des besten Nachwuchspiloten, der besten Segelflug- Pilotinnen und vor allem für den Segelflugsport den Luftraum der deutsch-tschechischen Grenze durch den Abbau bestehender politischer und bürokratischer Hindernisse nutzbar zu machen. Segelflieger aus den früher abgegrenzten Regionen Sachsen, Bayern, West-Böhmen und Thüringen sollen sich kennen lernen und die freundschaftlichen Kontakte vertiefen. Durch grenzübergreifendes Segelfliegen soll gezeigt werden, dass sich speziell dieses Gebiet ideal für den Streckensegelflug eignet.

Mehrere europäische Mittelgebirge laufen im Vogtland zusammen. Im Osten befindet sich das Erzgebirge, im Westen der Frankenwald und Thüringer Wald, im Süden das Fichtelgebirge, der Böhmer Wald und der Oberpfälzer Wald, im Südwesten die Fränkische Alb und die Schwäbische Alb. In diesem Gebiet sind große Streckenflugleistungen möglich.

Für die drei Schlepppiloten bedeutet das größte Anstrengungen, um nach und nach alle Piloten mit ihren Segelfliegern auf eine bestimmte Höhe zu bringen. Klaus Weber aus Schmalkalden/Meiningen ist einer von ihnen und zählt zu den Urgesteinen der Thüringer Piloten. Früher nahm der Professor als Segelflieger-Pilot selbst an vielen Meisterschaften teil und weiß ganz genau, worauf es bei solchen Meisterschaften ankommt.

Petra Klein, Mitarbeiterin bei Euregio Egrensis, beobachtet das bunte Treiben auf dem Flugplatz. Sie ist die Überbringerin einer guten Nachricht, denn diese Veranstaltung wird mit europäischen Mitteln unterstützt.

Nicht zum ersten Mal nimmt an diesem Wettbewerb auch der Greizer Ehrenbürger und Ehrenmitglied des Greizer Luftsportvereins, Astronaut Ulf Merbold teil. Der leidenschaftliche Flieger besucht gern seine alte Heimat. „Es bereitet mir immer wieder großen Spaß, die vogtländische Landschaft aus luftiger Höhe zu betrachten und mit den Fliegerkameraden zusammen zu sein“, erklärte der leidenschaftliche Segelflieger, der am ersten Wertungstag in der allgemeinen Clubklasse den dritten Platz.

Erstplatzierter war hier der Erfurter Michael Krannich mit 782 Punkten. Auf Platz eins flog in der großen Clubklasse mit 506 Punkten Frank Krämer aus Bad Frankenhausen und in der kleinen Clubklasse hatte Paul Gipser vom Greizer Luftsportverein mit 157 Punkten die Nase vorn.

Dabei wurden in der Allgemeinen Clubklasse 254, in der Großen Clubklasse194,7 und in der Kleinen Clubklasse 133,8 Kilometer absolviert. Am Sonnabend waren aufgrund der Niederschläge keine Wertungsflüge möglich. Nun hoffen die Luftsportler auf weitere sonnige Tage mit guter Thermik.

Christian Freund