Viel Bewegung am Himmel über Gera, aber zu wenig am Boden -Obwohl an beiden Geraer Flugtagen jeweils um die 700 Besucher auf den Leumnitzer Flugplatz kommen, sind die Veranstalter enttäuscht.


Foto
Einer von 70 Starts bei den Geraer Flugtagen am Sonnabend und Sonntag auf dem ­Leumnitzer Flugplatz. Foto: Marcel Hilbert

Gera-Leumnitz. Die Flugtage in Gera wird es in der Form wie am Wochenende wohl nicht noch einmal geben. Das jedenfalls sagte Christine Tomschin vom Veranstalter Rotring Event am späten Sonntagnachmittag kurz vor dem Ende der zweitägigen Flugshow. „Es war leider zu schlecht besucht, damit sich der Aufwand lohnt“, sagte sie. Und das, obwohl trotz unbeständigen Wetters und vielfach als zu hoch empfundenen Eintrittspreises von 15 Euro laut Veranstalter am Sonnabend etwa 700 Besucher kamen und am Sonntag wohl noch einmal so viele.

Kunstflug, Formationsflug mit bis zu drei Maschinen (Eastside Yaks), Demonstrationsflüge von historischen Flugzeugen, aber auch von detailgenauen Modellen, dazu die Fallschirmspringer des OFC Gera , die sich von der kultigen AN-2 in die Luft befördern ließen, und Hubschrauber, die Gäste zu Rundflügen mitnahmen – am Himmel über Gera herrschte einige Bewegung.

Rund 70 Starts habe es gegeben. Mit einem Tross von etwa 15 Flugzeugen war die Veranstaltungsagentur nach Leumnitz gekommen, Bücker und Stieglitz waren wegen des Wetters nicht angereist. Auf dem Flugplatzgelände verliehen Verpflegungsbuden und Kinderbelustigung – bis zehn Jahre war der Eintritt frei – der Flugshow Festcharakter. Das Programm wurde entsprechend der Witterung angepasst, „aber auf jeden Fall durchgezogen“, betonte Christine Tomschin schon Sonnabend trotz unsicherer Aussichten.

Hobby- und Berufspiloten vor Ort

Zu bestaunen war neben osteuropäischen Fabrikaten unter anderem auch die glänzende ­Beechcraft Bonanza B 35 V aus dem Jahr 1950 von Thomas Prophet aus Torgau . Fünf Jahre baut er bereits an dem detailverliebt restaurierten Schmuckstück.

„So ein historisches Flugzeug ist eine Dauerbaustelle“, sagt er. Weil es sich recht schwierig fliege, trug das Flugzeug in früheren Zeiten den Spitznamen „Doctor ­Killer“, in Anspielung auf häufigere Zwischenfälle und die eher vermögenden Kreise, die sich die Maschine leisten konnten. Thomas Prophet weiß aber, was er da im Cockpit tut, schließlich ist er nicht nur Hobby-, sondern auch Berufspilot , der auch große Passagiermaschinen wie die 737 fliege.